Re: Strecken Ideen von Deutschland nach Marokko

Posted by: veloträumer

Re: Strecken Ideen von Deutschland nach Marokko - 11/16/18 09:09 PM

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Es ist schwer dir Empfehlungen zu geben, da du weder Angaben zu Interessen gemacht hast noch dass im Winter landschaftlich attraktive Alternative in Frage kommen. Grundsätzlich ist die Route (ich bewerte nur Europa) suboptimal, will sagen, zuviel gerade, zur Langeweile neigende Streckenteile, nicht selten an großen Verkhrsachsen orientiert. Ich greife nur mal ein paar Beispiele heruas.

Schöner ist es, mitten durch den Kasierstuhl (Steigungen) zu fahren, nicht am Rande. Wenn, ist die südliche Randlage noch am schönsten zu radeln. Südlich Freiburg würde ich die manchmal leicht hügelige Route am Schwarzwaldrand durchs Markgräflerland wählen (über Sölden, Staufen, Müllheim).

In den Jura auch auf Halbhöhen zu fahren ist kritisch zu betrachten, weil "kalt". Hier würde ich eher am Doubs bleiben. Wenn Besançon noch nicht bekannt ist, lohnt der Stadtbesuch durchaus wegen Festung mit diversen Museen. Saône und Rhone seien dir für Januar gegönnt, ansonsten kann so viel "industrielle" Rhone auch enttäuschend werden.

Bei Port-la-Nouvelle würde ich über einen Abstecher ins Corbières weg von der Küste nachdenken. Gewiss bieten die Weinberge im Winter nicht so viel Blickfang wie sonst im Jahr. Wege etwa nach Tuchan (diverse Varianten empfehlenswert) und Estagel. Seltsamerweise wollt ihr nicht zur Côte Vermeille, sondern über Le Perthus. Im Süden ist das ziemlich langweilig, die Wege über Perpignan und zum Fuß des Passes auch. Würde evtl. über Thuir, Llauro, Ceret leicht hügelig mich annähern, evtl. noch mit Exkurs Felsorgeln in Ille-s-Têt.

Südlich Girona ist auch nicht der Hit, wenn man auf dieser Verkehrsachse bleibt. Hier wäre auch wiederum die Küste der Costa Brava interessanter. Gibt z.B. einen Bahntrassenradweg von Goirona nach Sant Feliu. Südlich Barcelona nur Küstenlinie zu fahren, dürfte wiederum manche Enttäuschung bereiten (Bausünden, Massentourismusburgen). Seltsamerweise geht es von der Küste immer weg, wenn interessante, felsige Landspitzen anstehen würden (Bsp.: bei Cartagena).

Wenn die Reise schon nach Marokko geht, würde ich noch Orte des maurischen Andalusien mit rein nehmen - die Brücke zwischen Abend- und Morgenland - also ein Abstecher nach Granada, auch wenn es kritisch hoch liegt.

Rückreise: Wann soll das sein? Im März wäre Côte d'Azur etc. und oberital. Seen evtl. schon frühlingshaft. Gehen auch schon ein paar Hinterlandhügel mehr, z.B. Randroute am Mont Ventoux. Unmittelbar östlich Marseille ist die Route auch suboptimal. Es gibt einiges zu finden, evtl. mal einen Blick in meinen aktuellen PACA-Bericht werfen. Weiter östlich mit Sillans, Seillans und Fayence ist ganz okay, auch wenn hier manche interessantere Route eher Nord-Süd quer dazu verläuft.

Von Grasse würde ich gleich zwei Alternativen nach Nizza vorschlagen (auch demnächst in meinem PACA-Bericht, dort, Kap. 9) - nämlich entweder über Pont-du-Loup (Confiserie Florians) und entlang der Loup oder wegen der Orte von Pont-du-Loup über Tourrettes, Vence und St-Paul.

Bei Genua würde ich mir vielleicht ein Stück der westlichen Industriezone sparen. Dazu in Voltri nach Campo Ligure und Ovada. Noch besser in Campo Ligure über Capanne di Marcarole mit dem Naturpark - geht aber kräftig hoch - nach Voltaggio und weiter Gavi. Dazu auch Hinweise in meinem Piemontese-Bericht.

Mendriso - Lugano - Bellinzona ist auch eher Hauptverkehrsachse. Würde raten nach Ponte Tresa am Luganer See, dann Luino am Lago Maggiore und Ostufer nach Norden Richtung Bellinzona.