Posted by: Keine Ahnung
Re: Türkei - 08/28/17 09:40 AM
Meine diesjährige Tour führte mich von Bulgarien auch in die Türkei. Endpunkt war Istanbul, von wo ich wieder zurück nach Bremen geflogen bin. Ich hatte die Reise letztes Jahr geplant und Ende letzten Jahres die Flüge gebucht. Auch ich hatte mir Gedanken gemacht, ob ich aufgrund der aktuellen Lage nun die Türkei bei einer neuen Planung meiden würde. Insbesondere nach meinem Aufenthalt in der Türkei bin ich aber zur Überzeugung gekommen, dass ich die Tour wieder so fahren würde.
Ich beobachte mit größter Sorge, was in der Türkei geschieht. Die Entwicklungen sind mehr als bedenklich. Trotzdem offensichtlich viele Türken Erdogan gewählt haben bzw. bei der Abstimmung seinem Entwurf zugestimmt haben, muss man aber so ein Ergebnis vorsichtig werten. Vielen Türken (und das lässt sich leider auf praktisch alle Nationen dieser Welt übertragen) fehlt der Ein- und Weitblick bei solchen Entscheidungen. Ihr Interesse ist es, die Türkei zu stärken und ihr mehr internationales Gewicht zu verleihen. Sie haben das Gefühl, dass sie nicht verstanden und auch nicht ernst genommen werden. Sie sehen in Erdogan den starken Mann, der die Türkei verkörpert und der Welt zeigt, dass die Türkei sich behaupten kann. Leider erkennen sie nicht, dass es hier nicht um die Stärke der Türkei geht, sondern um die Stärke insbesondere eines Mannes. Sie erkennen (noch) nicht, dass dieser Mann dabei ist, die Türkei nicht zu stärken, sondern im Gegenteil, sie zu schwächen und zu isolieren.
Sind diese Türken deshalb schlechte Menschen oder zumindest schlechtere Menschen als früher, als Erdogan noch nicht diese Machtfülle hatte? Ich sage hier ganz klar, "Nein, das sind sie nicht!". In jedem Volk gibt es unangenehme Menschen. Aber, und das sage ich aus Überzeugung, die meisten Menschen sind recht verträgliche und freundliche Zeitgenossen, die einfach nur glücklich und zufrieden leben wollen. Gerade wir Reiseradler sollten das wissen. Natürlich gibt es unangenehme Erfahrungen, aber überwiegen wird doch bei den allermeisten hier das Gefühl, freundlich aufgenommen worden zu sein. Ich habe immer wieder festgestellt, dass in den Ländern, wo mich Bekannte gefragt haben, ob es nicht riskant sei, diese Länder überhaupt zu befahren, häufig besondere Gastfreundschaft zu erleben war.
Die Türkei gehört dazu. In Vize wurde ich z. B. angesprochen, als ich gerade vor einem Restaurant stand und mit dem Handy versuchte, eine Unterkunft zu finden. Die Gruppe junger Männer luden mich ein, mich zu Ihnen zu setzen und etwas zu trinken. Es stellte sich heraus, dass sie selber gerne mit dem Fahrrad unterwegs waren. Einer empfahl mir ein Hotel, rief dort an und handelte den Preis für mich herunter. Am Abend traf ich sie zufällig wieder. Sie luden mich nun zum Abendessen in ein Restaurant ein und ließen es sich nicht nehmen, alles zu zahlen. Anschließend fuhren sie mich mit ihrem Auto durch die Stadt und zeigten mir alle Sehenswürdigkeiten. Auch an anderen Orten hatte ich sehr angenehme Kontakte zu Einheimischen gehabt. In Deutschland ist mir so etwas fast noch nie passiert.
Warum sollte ich nun diese Leute bestrafen dafür, dass in der Politik einiges schief läuft? Deine Aussage bestätigt doch letztendlich genau die Ängste und schlechten Gefühle, die viele Türken zu der Wahl Erdogans getrieben haben. Man sollte natürlich zeigen, dass man mit der Politik nicht einverstanden ist, aber das sollte in freundschaftlicher Art und Weise gegenüber der Bevölkerung vertreten werden.
Ich beobachte mit größter Sorge, was in der Türkei geschieht. Die Entwicklungen sind mehr als bedenklich. Trotzdem offensichtlich viele Türken Erdogan gewählt haben bzw. bei der Abstimmung seinem Entwurf zugestimmt haben, muss man aber so ein Ergebnis vorsichtig werten. Vielen Türken (und das lässt sich leider auf praktisch alle Nationen dieser Welt übertragen) fehlt der Ein- und Weitblick bei solchen Entscheidungen. Ihr Interesse ist es, die Türkei zu stärken und ihr mehr internationales Gewicht zu verleihen. Sie haben das Gefühl, dass sie nicht verstanden und auch nicht ernst genommen werden. Sie sehen in Erdogan den starken Mann, der die Türkei verkörpert und der Welt zeigt, dass die Türkei sich behaupten kann. Leider erkennen sie nicht, dass es hier nicht um die Stärke der Türkei geht, sondern um die Stärke insbesondere eines Mannes. Sie erkennen (noch) nicht, dass dieser Mann dabei ist, die Türkei nicht zu stärken, sondern im Gegenteil, sie zu schwächen und zu isolieren.
Sind diese Türken deshalb schlechte Menschen oder zumindest schlechtere Menschen als früher, als Erdogan noch nicht diese Machtfülle hatte? Ich sage hier ganz klar, "Nein, das sind sie nicht!". In jedem Volk gibt es unangenehme Menschen. Aber, und das sage ich aus Überzeugung, die meisten Menschen sind recht verträgliche und freundliche Zeitgenossen, die einfach nur glücklich und zufrieden leben wollen. Gerade wir Reiseradler sollten das wissen. Natürlich gibt es unangenehme Erfahrungen, aber überwiegen wird doch bei den allermeisten hier das Gefühl, freundlich aufgenommen worden zu sein. Ich habe immer wieder festgestellt, dass in den Ländern, wo mich Bekannte gefragt haben, ob es nicht riskant sei, diese Länder überhaupt zu befahren, häufig besondere Gastfreundschaft zu erleben war.
Die Türkei gehört dazu. In Vize wurde ich z. B. angesprochen, als ich gerade vor einem Restaurant stand und mit dem Handy versuchte, eine Unterkunft zu finden. Die Gruppe junger Männer luden mich ein, mich zu Ihnen zu setzen und etwas zu trinken. Es stellte sich heraus, dass sie selber gerne mit dem Fahrrad unterwegs waren. Einer empfahl mir ein Hotel, rief dort an und handelte den Preis für mich herunter. Am Abend traf ich sie zufällig wieder. Sie luden mich nun zum Abendessen in ein Restaurant ein und ließen es sich nicht nehmen, alles zu zahlen. Anschließend fuhren sie mich mit ihrem Auto durch die Stadt und zeigten mir alle Sehenswürdigkeiten. Auch an anderen Orten hatte ich sehr angenehme Kontakte zu Einheimischen gehabt. In Deutschland ist mir so etwas fast noch nie passiert.
Warum sollte ich nun diese Leute bestrafen dafür, dass in der Politik einiges schief läuft? Deine Aussage bestätigt doch letztendlich genau die Ängste und schlechten Gefühle, die viele Türken zu der Wahl Erdogans getrieben haben. Man sollte natürlich zeigen, dass man mit der Politik nicht einverstanden ist, aber das sollte in freundschaftlicher Art und Weise gegenüber der Bevölkerung vertreten werden.