Posted by: _alexandros_
Re: Indien: Streckentipps + lange Pause + Visum - 09/10/15 02:39 PM
In Antwort auf: StephanBehrendt
In Antwort auf: _alexandros_
Wenn du deine Reise wirklich weiterhin so multimedial praesentieren möchtest und damit auch finanzieren, tja dann wird das ein Job. Heike sehr ich sehr oft online, seit ich in Paris lebe. Ihre Artikel fressen Stunden an Arbeit, deutsch und englisch.
Naja, das ist schon mehr als leben. Sie macht ca. 4000 Euro im Monat. Hat die größte deutsche Leserschaft. Bekommt für jede DKB Karte die von ihrer Seite aus beantragt und erfolgreich genehmigt wird, ca. 25 Euro netto - vielleicht sogar mehr, jedoch wurde mir zumindest 25 Euro angeboten und dem Florian auch. Beide haben wir abgelehnt. Sie ist die Nr. 1 im Marketing. Jeder Link zu Amazon ist über eine eigene ID, wer kauft, sponsert sie indirekt. Bei ca. 200 000 Lesern im Monat kommt was zusammen. Das ist eine extreme Ausnahme. Auf dem Gebiet gibt es nur eine Hand voll wie Conni. Dass sie dafür extrem viel getan wissen die, die sie kennen. Freunde aus Berlin mögen sie für die sehr direkte Art und klar, sie hat auch den Blogcamp ins Leben gerufen, mit dem Typen von Off The Path, der sogar auf einer TED X Veranstaltung gesprochen hat. Sie ist extrem gut vernetzt, ihr WebAuftritt ist durchdacht, sie hat schon zwei oder sogar mehr e books und ist seeehr transparent.
Aber was sie jetzt erhält resultiert natürlich durch die guten Vorbereitungen. Das Geld das reinkommt spiegelt aber sicherlich nicht mehr den Aufwand, der dahinter steckt, sondern viel eher, die Tatsache welche Möglichkeiten das www heute bietet, wenn man es perfekt nutzt und vom Glück beschenkt wird. Auch Felix Starck wird wie Conni dick davon leben können, die Masse hat es ihm in seinem Falle ermöglicht. Von beiden konnte ich gut lernen und in Frankreich kennt meine Frau ein paar solcher digitaler "Helden" die das ganze noch ausgebaut haben und in Kambodschia jungen Kindern helfen, während in Genf das Geld sprudelt. Leider weiß man bis heute nicht, was aus dem Geld für den WWF geworden ist, das Felix (1 Dollar oder 1 Euro, berichtigt mich bitte) versprochen hatte - pro verkaufter Doku. Bei Conni weiß man auch nicht, was mit dem Haufen Geld passiert, jedoch berichtet sie transparent über Ein- und Ausgaben und steht offen dazu, dass ihre Einnahmen ihr diesen sehr flexiblen Lebensstil ermöglichen. Es gibt vor allem in den USA ein paar bekannte Blogger die eigentlich nur das übliche bloggen ala 10 Tips was du in London machen solltest oder die besten Strände in Thailand - da aber 400 000 Leser im Monat durchrauschen und davon einfach mal mehr als 15 % die Werbung und die PromoLinks klicken, rollt das Geld... Dass davon aber 99,1 % der Blogger träumen, wie das auch beim pokern der Fall ist, lässt natürlich manchmal übersehen, dass der OnlineMarkt nicht für alle die Goldgrube darstellt.
Die Jungs von Berlin2Shanghai waren auch so Kanidaten, von den jeder dachte, dass sie reich geworden sind. Zwar hat es ihr Buch in die Liste der SPIEGEL Bücher-Empfehlungen geschafft, aber man kann ja mal Gi und Wi von Grenzenlosabenteuer fragen, wie reich man mit Büchern wird. Wer als Blogger ernsthaft in Erwägung zieht Rendite zu machen, muss sich als Werbe-Nutte (bitte Admin, lass das so stehen, es drückt einfach aus, was Tatsache ist) vermarkten, seine Zeit sehr gut einplanen (wenn man mit US Agenturen zusammen arbeitet, ist man GMT einfach auf einem anderen Grad) - die Reise wird dann nicht mehr zur Unterhaltung, sondern deine Unterhaltung ist die Reise.
Ich weiß noch, wie Heike mich vor ihrer Abreise kontaktiert hatte und fragte, ob meine Angaben der Spendeneinnahmen der Realität entsprechen würden. Bis heute weiß ich zwar nicht, welchen Grund ich gehabt hätte um zu lügen, doch heute weiß sie selbst, dass die Spenden haaarte Arbeit sind. Aber vor drei, vier Jahren war das noch schwerer, weil man ziemlich schnell in der Schublade "Schnorrer" gelandet war. Schau mal heute... Zig Leute nur aus dem Forum, die Spenden annehmen... Zeiten ändern sich.
In Paris berate ich junge Neueinsteiger. Allein die Gestaltung der Blogs heute, durch die neuen PlugIns und Themes, ist schon viel einfacher und die soziale Akzeptanz von donations (Spenden) viiiel höher. Damals kamen die Spenden aus dem Bekanntenkreis, heute schon üblicher, dass wildfremde Menschen aus aller Welt bitcoins oder paypal Geld schicken... Zeiten ändern sich.
Eine klassische Rad-Reise, im Sinne von: ich hab 15 000 Euro im Geldbeutel und gehe mal radeln, ohne Laptop und Internet ist nur noch denen vorbehalten, die solch eine Summe über Jahre ansparen können. Ganz davon abgesehen, erfordert es Geduld und Ruhe, warten zu könnem - bis es los geht. Das fehlt vielen jungen Leuten. Da liegt es nah, dass man über digitale Medien versucht Geld reinzuholen. Conni lebt es vor, junge Leute verfolgen sie gerade deshalb. Oder kaufen ihr Buch für einen stolzen Preis oder machen einen Kurs im blogcamp.
Sie lebt den Traum und verkauft gleichzeitig diesen.
Das ist das Online-Geschäft von heute. Ob man es glauben möchte, oder nicht...
Zurück in Paris Euch allen eine schöne Woche.
Alexandros