Re: Stockholm Trelleborg

Posted by: Freundlich

Re: Stockholm Trelleborg - 05/03/14 06:35 PM

Trotz der ausführlichen Fragestellung, ist mir nicht klar, welche Reiseerfahrungen in Skandinavien bzw. per Rad bereits vorhanden sind und welche Antworten gewünscht werden. Einige Anmerkungen:
Das Vorhaben ist aus meiner Sicht unproblematisch realisierbar, auch für Radreise-Anfänger. An- und Abreise per Fähre gestaltet sich stressfrei und ohne Gepäckbeschränkung. Eine strenge Kilometer- und Etappenplanung finde ich unnötig, da je nach Wetterlage und Interessen Abweichungen entstehen werden. 70 km durchschnittlich plus Ruhetage sollten passen.

In Antwort auf: Bicycle Duck
...Sportlich bin ich mit einem Cube Cross Race disc und einem Focus Black Raider Limited unterwegs...Fahren möchte ich die Tour mit meinem Focus MTB...

Marke und Modell sind zunächst egal. Beantworte Dir diese Fragen: Ist das Rad auf langen Strecken bequem (Rahmengeometrie, Sitzhaltung)? Kann das geplante Reisegepäck ohne Verlust an Fahrstabilität am Rad befestigt werden? Testfahrt empfohlen. (Welche Gepäcklast ist geplant?) Wenn nein, dann würde ich den erwähnten Anhänger wählen. (Welches Modell?)
Ein MTB mit breiten Reifen ist in Schweden nicht nötig. Ich würde das Rad wählen, dass leichter und bequemer läuft. Selbst Waldwege sind in Südschweden gut befahrbar.
Hat das Rad Schutzbleche? Radfahren sollte in Schweden auch bei Regen ohne Spassverlust möglich sein. Die Möglichkeiten, Radbekleidung zu waschen und zu trocknen sind bei Camping begrenzt.

In Antwort auf: Hummel
...Die Küste runter nervt die E 22. Beständig ist man mit Umgehungen beschäftigt...

Das ist kein Problem, wenn die Route vorher als GPS-Track geplant wird. Google Maps im Radmodus oder der roten Linie in der Opencyclemap folgen oder auf Papier die Cykelkartan verwenden... Möglichkeiten gibt es viele. Was nicht funktioniert: Ohne gute Karte spontan und vor Ort die Nebenstrassen finden. E-Strassen sind, abgesehen von Ausnahmen bei Stadtdurchfahrten oder begleitenden Radwegen, normalerweise tabu für Radfahrer.

In Antwort auf: Bicycle Duck
Navigation erfolgt mit einem Garmin GPS 62st in Unterstützung Smartphone.

Das GPS-Modell ist egal. Wichtig ist, welche Karte zur Verfügung steht. Die OSM-Karten enthalten in Schweden nur einen Bruchteil der fahrbaren Wege und sind lückenhaft. Wer vor Ort spontan danach planen will, lebt mit beschränkten Möglichkeiten. Falls die Routenführung als Track vorgeplant wird, reicht die OSM-Karte. Weitere Informationen siehe Rad-Wiki
Eine Route über die Inseln wäre möglich, aber allein Gotland ist gut für 2 Wochen Entdeckungsreise.

In Antwort auf: Bicycle Duck

- Kleidung (was und wieviel)
- was an Ersatzteilen für das Rad mitnehmen
- Fahrrad Ausrüstung
- Was muss unbedingt mit auf solch einer Tour
- Was kann zu Hause bleiben

Kleidung wird für Kälte bis Hitze benötigt. Selbstverständlich perfekte Regenkleidung, die radeln bei Regen erlaubt.
Ersatzteile: Material für alles, was am eigenen Rad häufiger ausfällt: Ersatzschlauch, Flickzeug, Bremsbeläge, Seilzüge, Kettenschloss, Luftpumpe, Inbusschlüssel, spezielle Verschleissteile... Einfachere Ersatzteile findet man häufiger in Schweden, Spezialteile nur in grösseren Städten.
Unbedingt mit muss eine EC-Karte, für Zimmer- und Hotelschläfer auch eine Kreditkarte mit PIN-Nummer. Alles andere gibt es vor Ort.
Schwedische Campingplätze haben häufig ein besseres Niveau, als hierzulande. Beim Betreten der Sanitärgebäude ist oft ein Schuhwechsel Pflicht. Deshalb ein Paar saubere, leichte Badeschuhe oder Sandalen mitnehmen.
Für die Fähre wird ein Packriemen benötigt, mit dem das Rad verzurrt werden kann. Ausserdem blockiere ich die Bremen (Gummiband oder Klettband um Griff). Das Rad darf auch bei schwerem Seegang nicht umfallen (daneben stehe meist teure Karossen).
Zum Kochen bevorzuge ich den Gaskocher und nehme 1-2 Kartuschen mit. Vor Ort gibt es Schraubkartuschen nur in grösseren Orten (bei Intersport z.B.).
Ein Mini-Wörterbuch oder ein Sprachführer auf dem Smartphone lohnen sich auch, um Schweden besser zu verstehen.
Zu Hause lassen würde ich das ganz schwere Fahrradschloss für Deutschland. Wegen des immer noch niedrigen Diebstahlrisikos genügt die leichtere Variante.