Hallo Eva-Maria,
gern, aber nur wenn Du Dich zu den Zielen der HSKA28ABSTFFVSMNXRF bekennst
Auf dem Weg von Alaska nach Kalifornien bin ich Anfang September 2000 bei Eureka in die USA eingereist, auf der US93 durch liebliche Mittelgebirgslandschaft bis Whitefish, durch den Glacier NP über den Logan Pass gefahren und dann immer weiter der US89 gefolgt bis Livingston. Dann machte ich ein umgedrehtes S durch den Yellowstone NP, zweifellos einer der absoluten Höhepunkte der ganzen Reise.
Die Landschaftsbilder waren erst liebliches Mittelgebirge, dann alpine Hochgebirgslandschaft der Rocky Mountains. Der Logan Pass ist während der Sommersaison für Radfahrer in Ost-West-Richtung bis zur Passhöhe von 11-16 Uhr gesperrt, weil es sich um eine für amerikanische Verhältnisse gefährlich enge und kurvige, von Autotouristen stark frequentierte Straße handelt, also quasi den mitteleuropäischen Gebirgs-Normalfall

. Einen Tag vor Saisonende waren allerdings nur noch wenige Autos dort unterwegs - das Wetter war zu "schlecht", in Wirklichkeit aber viel schöner als langweiliges Postkartenwetter: die Berge legten in den abziehenden Wolken nach einem nächtlichen Gewitter einen reizvollen Striptease hin. Obwohl ich "Verspätung" hatte und ein sehr um meine Sicherheit, mal ganz zu schweigen von der korrekten Einhaltung der Vorschriften, besorgter Ranger tatsächlich um 10:50 zur Stelle war, um mich wieder talwärts zurückzuschicken, erlangte ich mit meiner manchmal grenzenlosen Sturheit und, nach einiger Wartezeit, als seine attraktive und mehr progressiv-pragmatisch denkende Kollegin ihn endlich ablöste, mit meinen unwiderstehlich traurigen Hundeaugen, eine Sondergenehmigung für die Weiterfahrt. Auf der Ostseite nach rasanter Abfahrt dann der völlig abrupte Wechsel zur recht flachen, nach Osten endlos weiten gelbbraunen Prärie, im Westen durch die Kette der Rocky Mountains wie durch eine undurchdringliche Mauer begrenzt. Tags war es heiß bei wolkenlosem Himmel, abends entwickelten sich manchmal unheimliche Gewitter, oder aber der Himmel wurde einfach nur schwarz und ein trockener Sturm fegte über die Ebene. Einmal wurde ich kurz vor so einem Unwetter von einer kleinen Windhose wie von einem heftigen Schlag erfaßt.
Südlich von Great Falls wurde die Landschaft wieder bergig. Vom gut 2000 m hohen Pass über die Little Belt Mountains war ich aber etwas enttäuscht, hatte ich doch alpine Landschaften erwartet - stattdessen sah die Passhöhe etwa genauso aus wie ein gerader Autobahnabschnitt (auch von der Zahl der Spuren!) in der Eifel (allerdings fast ohne Autos

) Das teilweise sehr enge, etwas felsige Tal nördlich des Übergangs ist aber sehr malerisch. Von White Sulphur Springs bis Livingston hatte ich mit orkanartigen Gegenwind in einer überwiegend steppenartigen Berglandschaft zu kämpfen. Solcher Gegenwind bereitete mir auch in Yellowstone und Grand Teton - und später noch in der Flaming Gorge und kurz vor dem Grand Canyon - schwere Geduldsproben und - im Grand Teton NP - eine leichte Blasenerkältung. Dazu kam im Park strenger Nachtfrost bis zu -10 °C, und gefrühstückt werden mußte draußen in der Kälte, um keine Bären in das mit einer Eisschicht überzogene Zelt zu locken. Also nichts für Warmduscher - apropos, die sanitären Einrichtungen der Campgrounds im Park beschränken sich auf Toiletten und fließendes kaltes Wasser. All das wurde aber durch den tiefen Yellowstone Canyon, die Farbenspiele, Geysire und geheimnisvoll gurgelnden und zischenden Dampfquellen mehr als entschädigt.
Probleme bereiteten im Sommer 2000 die schweren Waldbrände in Montana sowie angrenzenden Bundesstaaten und Provinzen, wobei die Lage sich seit Anfang September zunehmend entspannte. Während meiner Fahrt durch Montana waren fast alle öffentlichen Campgrounds deswegen geschlossen. In den ersten Tagen meiner Durchreise waren außerdem noch alle Aktivitäten im Wald abseits der Highways und jede Art von Feuer außerhalb fester Gebäude streng verboten. Diese Verbote wurden nach wenigen Tagen gelockert bzw. ganz aufgehoben. Für den Glacier NP gab es eine Ausnahmeregelung, dort durfte ich nach Rückfrage meinen Benzinkocher auf einem der fest installierten Grills aufbauen. Die meisten öffentlichen Campgrounds an meiner Strecke blieben aber weiter geschlossen. Außerhalb der Nationalparks konnte ich bis auf zwei Ausnahmen ausschließlich auf privaten Campgrounds zelten.
Daniel (HSKA28ABSTFFVSMNXRF)