Re: Helm, Warnweste und Licht

Posted by: martinbp

Re: Helm, Warnweste und Licht - 01/14/14 09:06 PM

Warnwestenpflicht in Ungarn: Außerhalb geschlossener Ortschaften und bei Dunkelheit oder schlechter Sicht. An dem "und" scheiden sich dann die Geister. Wahrscheinlich hat man bewusst einen dehnbaren Begriff verwendet.

Ich für meinen Teil trage nie eine Warnweste, auch außerhalb geschlossener Ortschaften nicht und bin in den 28 Jahren, die ich nun schon in Budapest wohne, nie angehalten worden. Allerdings bin ich, wenn es dunkel wird im Allgemeinen schon wieder im Stadtgebiet von Budapest. Meistes nehme ich jeoch reflektierende Fußbänder mit, wenn ich eventuell auf einer Hauptstraße unterwegs sein könnte und möglicherweise wegen einem Defekt nicht rechtzeitig ins Stadtgebiet komme.

Ich denke mal, dass eine Warnweste für die nicht beleuchteten "Bauernfahrräder", deren Fahrer nach einigen Gespritzten von der Kneipe nach Hause fahren, immer noch besser ist. als gar keine Beleuchtung. (In Ungarn wohnen in der Tiefebene viele Leute in Einzelgehöften und bis zur nächsten Kneipe sind es dann schnell mal 10 km)

Hier wird jedes Jahr zweimal der Anteil der beleuchteten Radfahrer gemessen, von Freiwilligen zu einem bestimmten Zeitpunkt landesweit an verschiedenen Punkten. Demzufolge fahren heute 79 % der Radfahrer mit Beleuchtung vorn und hinten. Ich selbst nehme auch an den Zählungen teil und muss leider feststellen, dass zwar die meisten beleuchtet sind, aber zum größten Teil mit Akku-Funzel-Beleuchtung, die man vielleicht aus 5 m Entfernung wahrnehmen kann. Insofern ist eine Warnweste schon sinnvoll und besser als gar nichts.

OT:
Was die Straßen mit Mercedes-Stern (gesperrt für Fahrräder, Pferdefuhrwerke und Traktoren) betrifft, muss man auswählen, wo man es sich leisten kann, das Verbot zu übertreten und wo das an Selbstmord grenzt. Das ist natürlich für einen Nicht-Einheimischen gar nicht so einfach.
Die Fernstraßen 4 (von Budapest nach Debrecen/Nyíregyháza/Záhony) und 8 (von Székesfehérvár bis Veszprém) würde ich auf jeden Fall vermeiden. Aber als Fremder kommt man dann auf einmal an so ein Verbotsschild und es gibt keinen Hinweis auf eine Ausweichstrecke. Oft gibt es auch einfach keine Alternative, nicht mal einen Sandweg.
Man kann bei der Tourenplanung davon ausgehen, dass die Straßen mit einer einstelligen Nummer für Fahrräder gesperrt sind (Ausnahme Str. Nr 7 zwischen Tárnok und Velence, sowie von Székesfehérvár zum Balaton und Nr 3 von Budapest bis Aszód). Aber oft sind auch Straßen niedrigerer Ordnung gesperrt (z.B. Sopron-Balaton) Manchmal findet man eine nahezu parallel verlaufende Nebenstrecke (z.B. Budapest-Kecskemét, Budapest-Tatabánya-Komárom, Budapest-Vác, Balaton-Nagykanizsa.
Ich ignoriere dieses Schild auch bisweilen,wenn es nicht anders geht, bisher ohne Strafe zahlen zu müssen. Aber vielleicht hatte ich auch einfach nur Glück.

VG aus Budapest
Martin