Moin,
also... für mein "erstes Mal" und nur knapp 5000km Üben dieses Jahr wars auch sehr gut zu machen. Ich wollte eigentlich nach dieser ARA-Anleitung fahren (hauptsächlich tagsüber) aber das war nicht möglich, weil ich gar nicht lange schlafen konnte. Bin insgesamt auf vielleicht 5 Stunden gekommen. Nachts bin ich meist durchgefahren, dafür hab ich mittags Siesta gemacht. Ich finde, das spart einen Haufen Zeit, wenn man hauptsächlich tags Straßenrand schläft und nicht nachts mit dieser ganzen Schlafsaalprozedur. Ich war auch bei diesen Leuten, die sich nachts einfach in den Wald gehauen haben mehrfach versucht, nachzuschauen, ob sie noch leben...
Interessant fand ich, dass ich so zwischen 400 und 600km mein "Körpergefühl" verloren habe. Unterzucker, Durst und Müdigkeit waren nicht mehr zu unterscheiden. D.H. wenn ich gemerkt hab, dass es nicht mehr lief hab ich erst mit Gewalt eine Flasche Wasser reingepresst, wenn das nix geholfen hat, hab ich zwei von diesen widerlichen Gels geschluckt und wenn dann immer noch keine Körner da waren hab ich ne halbe Stunde geschlafen.
Ich hatte viel zu viel Gepäck dabei, das Regenzeug hätte ich zB zuhause lassen können. Aber lieber so als anders.
Am Schluß hatte ich in kurzer Zeit sehr viel Koffein erwischt und dann bis Dreux nochmal so richtig Aufdrehen können. In Dreux dann nochmal ein bischen Obst und gleich weiter obwohl das Buffet das geilste der ganzen Tour war. Auf die letzten 40km bin ich dann auf eine Gruppe gestoßen, die eine Stunde im Kreis gefahren ist, weil irgendwelche Blödspaten die Schilder verdreht hatten. Davon zwei Invaliden, die hab ich dann in Schleichfahrt mit Navi und guter Koffeinlaune begleite.
Besonders Super war mein Forumslader mit den dicken Pufferakkus, die haben nachts während die Beleuchtung an war, das Handy versorgt welches durchgehend beleuchtet war (aber mit Farbumkehr). Darunter haben sie etwa 25% verloren. Am nächsten Vormittag waren die Akkus gleich wieder voll. Schade war, dass ichs nicht mehr geschafft hatte, mir einen 12V Scheinwerfer dran zu klemmen als Fernlicht.
Das beste an allem war das Riesenengagement der tausenden freiwilligen Helfer. Immer freundlich und entspannt. Manch einer stand z.B. drei Tage tags und nachts am Straßenrand und hat Kaffee und Kuchen spendiert. Wahnsinn! Leider haben sich einige die vor Anstrengung ungeduldig geworden sind, zB bei der Essensausgabe daneben benommen.
Alles in allem Supersache, mir hats hinterher auch weniger wehgetan als befürchtet. Ein Zeh ist leicht taub und noch ein anderes Körperteil, aber wird schon wieder.
Beim nächsten Mal werd ichs langsamer angehen und mehr am Straßenrand anhalten.
Also, bis in vier Jahren!
Christian